Freitag, 24. Februar 2012

Die Freikirchen und die Piusbrüder

Ein Beitrag von Johannes, den ich nicht unkommentiert lassen möchte. Da mein Kommentar sehr lang geworden ist poste ich ihn hier nochmal:




"ich denke das selbstwertgefühl ist der springende punkt dabei. viele freikirchler die ich kenne, haben (teilweise durch die erziehung) ein geringes selbstwertgefühl und kompensieren es durch religösen eifer und werden dabei stolz/blicken auf andere herab. kritik können sie dagegen überhaupt nicht ertragen (auch nicht von gott), was dazu führt, dass sie sich noch mehr ereifern/abgrenzen und mit menschen umgeben, die sie in ihren ansichten noch bestärken, was dazu führt dass diese gruppe innerlich immer enger wird gegenüber andersgläubigen. gefährlich wirds dann noch dadurch, dass sie die bibel nach ihren ansichten auslegen und was im widerspruch dazu steht relativieren.
genauso verhält es sich auch, wenn wir unbereinigte schuld mit uns rumschleppen, diese löst auch eine minderwertigkeit in uns aus, die manche dann (wie adam und eva) von sich wegschieben/ wegdiskutieren wollen oder (wie kain) einfach leugnen.
es gibt 3 sorten von menschen, die ich dort kennengelernt habe: die, welche mit dem kopf solange gegen die wand rennen, bis sie keine lust mehr haben und umkehren; die, welche keine lust mehr haben ständig mit dem kopf gegen die wand zu rennen und vorher prüfen was gottes wille ist; und die, welche immer mehr verzweifeln und verbittern und letztlich vom glauben abfallen, weil gottes wille für sie in dem einen oder anderen punkt nicht tragbar ist.
das ist in den meisten fällen ein schleichender prozeß, meist fängt es mit einer sünde an gefolgt von weiteren und mündet dann in gemeinde-hopping bis hin zu extremeren vereinigungen (bei uns bekommen die baptisten immer mehr zulauf)
aber ich kenne auch fälle, die vom katholischen glauben zu einer freikirche gewechselt waren und dort (laut eigener aussage) sehr bereichert wurden aber jetzt wieder katholisch sind (sogar gerne) und auch einen der danach priester geworden ist.
aus der wg zeit weiss ich, dass beten in solchen fällen mehr bringt als sich den mund fusselig zu reden, im vertrauen darauf, dass gott jeden zur wahrheit führen möchte und dafür kompetenter und geduldiger ist als wir es oft sind  :)"
Nachtrag: "in bezug auf die piusbrüder, fiel mir noch ein, dass es nicht nur an gott liegt uns zu vergeben, wir müssen uns dann (nach der beichte) auch selbst verzeihen können und uns von alten sachen nicht wieder runterziehen lassen. jemand sagte mal, dass gott ihm sagte, nachdem er etwas wieder und wieder gebeichtet hatte: "da weiss ich nichts von". also wenn es vor gott bereinigt ist ist es bereinigt. ansonsten verwechseln demut mit minderwertigkeit."

Kommentare:

Johannes hat gesagt…

Vielen Dank für den erhellenden Beitrag!
So geht Blogozese!
Lieben Gruß! Johannes

Lauda Sion hat gesagt…

Durch deinen Beitrag bin ich erst darauf gekommen, also auch von mir vielen Dank für deine Anregung! :)